Zeigerpflanzen oder eine Exkursion an den Nordseestrand…

In der Ökologie werden die Zusammenhänge von abiotischen Umweltfaktoren auf diverse Lebewesen untersucht. Sie erinnern sich an die Glockenkurve, die Ihnen die physiologische Potenz oder die Toleranzkurve eines Lebewesens angibt. Wird der Faktor Konkurrenz (biologischer Umweltfaktor) miteinbezogen, so wird daraus die ökologische Potenz.

Auch in den Sommerferien komme ich nicht von der Biologie los. ..

Indikatorpflanzen

In den 1970er Jahren wurden Listen mit sogenannten Zeigerwerten eingeführt. Ökologen um den Forscher Ellenberg beschrieben unzählige Pflanzen auf deren botanischen und ökologischen Beschaffenheiten hin. So gibt es z.B. Tabellen für Zeigerwerte in Bezug auf Licht, Temperatur, Feuchtigkeit, Stickstoff- oder Salzgehalt.

So kann umgekehrt der Rückschluss gezogen werden: wächst eine bestimmte Pflanze oder eine bestimmte Gruppe von Pflanzen an einem Ort, so hat dieser Ort ganz bestimmte Eigenschaften.

Am Meer (z.B. am Nordseestrand in der Nähe von Calais, Nordfrankreich) kann man dies schön beobachten. Findet man wenige 100 Meter vom Strand entfernt alle möglichen Pflanzen, so werden die Arten deutlich dezimiert je näher man der Wasserfläche kommt.

Auf den Fotos ist der europäische Meersenf gezeigt. Diese halopyte Pflanze wird auch Strandrauke genannt. Sie ist an Ost- und Nordsee als auch im Mittelmeerraum beheimatet. Sie ist fakultativ halphyt, das heisst: die Pflanze kann mit Salz und höheren Salzkonzentrationen umgehen, kann aber auch ohne hohe Salzkonzentrationen leben.

Salzgehalt des Meerwassers

Meerwasser hat einen durchschnittlichen Salzgehalt von 3,5%. Vergleicht man dies mit salinen Binnenseen ist dies nicht so sehr hoch! Trotzdem: trinken von Meerwasser zerstört unsere Nieren, da der hohe Salzgehalt aus dem Körper ausgeschieden werden muss. Das kann nur mit Hilfe von frischem Wasser passieren. Trinkt man also Salzwasser kann das überschüssige Wasser nur dem Körper selbst entnommen werden….Das geht leider nicht lange gut.

Die Strandrauke würde man am Toten Meer also nicht mehr finden. Hier hat man Salzwerte von ca. 30%. Auch der Boden um das Tote Meer herum ist stark salzhaltig. Nach Ellenbergs Zeigerwerte wäre dies euhalin bis hypersalin (Zeigerwert 9). Ein Salzwert von 30 Promille (also umgerechnet 30 g Kochsalz in 1000 ml Wasser) wäre hier normal. Am Nordseestrand finden sich weniger hohe Salzwerte. Hier liegt der Salzgehalt am Strand bei ca. 0,5 – 5 Promille.

Euch noch schöne Sommerferien!

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